Gesunde Füße im Herbst: 7 Tipps für die kühle Jahreszeit
Feste Schuhe, nasse Wege, trockene Heizungsluft: So kommen Ihre Füße gut durch den Herbst. Sieben Tipps der Podologin aus Bad Wünnenberg.
KI-Inhalt Die Sandalen wandern zurück in den Schrank, die festen Schuhe kommen wieder hervor. Für Ihre Füße ist das eine größere Umstellung, als es scheint: Nach Wochen an der frischen Luft stecken sie nun den ganzen Tag in Socken und Schuhen, draußen wird es nass und kühl, drinnen läuft die Heizung. Im Mai habe ich Ihnen hier meine Tipps für den Sommer mitgegeben. Heute geht es um die Zeit danach.
1. Nach dem Sommer einmal genau hinschauen
Barfußlaufen und offene Schuhe hinterlassen Spuren. Nehmen Sie sich zum Saisonwechsel ein paar Minuten und sehen Sie sich Ihre Füße in Ruhe an, auch die Sohlen und die Zwischenräume der Zehen. Ein Handspiegel hilft, wenn das Bücken schwerfällt. Achten Sie besonders auf:
- trockene, dicke Hornhaut und Risse an den Fersen
- gerötete Stellen und Druckstellen
- Nägel, die sich gelblich oder bräunlich verfärben, dicker werden oder bröckeln
Solche Veränderungen an den Nägeln können auf Nagelpilz hindeuten, den man sich zum Beispiel im Schwimmbad einfängt. Ob es wirklich einer ist, klärt die Hautärztin oder der Hautarzt. Sprechen Sie mich beim nächsten Termin gern darauf an.
2. Rissige Fersen jetzt pflegen
An der Fußsohle sitzen keine Talgdrüsen, die Haut dort fettet sich also nicht selbst nach. Nach einem Sommer in offenen Schuhen ist sie an den Fersen oft trocken und verhornt, und genau dort reißt sie ein. Durch solche Risse können Keime in die Haut gelangen.
- Cremen Sie die Fersen jetzt jeden Abend mit einer reichhaltigen Fußcreme ein, gern mit Urea (Harnstoff). Auf offene Risse gehört allerdings keine Urea-Creme.
- Hornhaut tragen Sie am besten sanft mit einem Bimsstein oder der feinen Seite einer Hornhautfeile ab. Schere und Klinge bleiben in der Schublade.
- Tiefe oder schmerzhafte Risse behandle ich in der Praxis: Ich trage die verdickte Hornhaut schonend ab und glätte die Ränder. Ist ein Riss gerötet, warm oder nässt er, lassen Sie ihn bitte zuerst ärztlich ansehen.
3. Schuhe prüfen, bevor es drückt
Nach Monaten in Sandalen müssen sich die Füße erst wieder an feste Schuhe gewöhnen. Wo ein Schuh über längere Zeit drückt oder reibt, bildet die Haut Schwielen und Hühneraugen. Zu enge Schuhe drücken außerdem auf die Nägel und können dazu beitragen, dass ein Nagel einwächst.
Tragen Sie Ihre Herbstschuhe deshalb schon ein paar Tage vor dem ersten kalten Morgen zu Hause und schauen Sie abends nach roten Stellen. Wenn ein neues Paar fällig ist:
- Kaufen Sie Schuhe am Nachmittag. Im Lauf des Tages werden die Füße etwas dicker.
- Vor dem längsten Zeh sollte etwa eine Daumenbreite Platz sein.
- Vorne sollte der Schuh so breit sein, dass die Zehen nebeneinander Platz haben.
- Probieren Sie mit den Socken an, die Sie später darin tragen.
Ein Hühnerauge schneiden Sie bitte nicht selbst heraus. In der Praxis entferne ich es schonend und schaue mit Ihnen, woher der Druck kommt.
4. Füße und Schuhe trocken halten
Fußpilz mag es warm und feucht. Genau dieses Klima entsteht in geschlossenen Schuhen, erst recht nach einem Spaziergang im Regen.
- Trocknen Sie die Füße nach dem Duschen gründlich ab, vor allem zwischen den Zehen.
- Wechseln Sie die Socken täglich und waschen Sie Socken und Handtücher bei mindestens 60 Grad.
- Tragen Sie dasselbe Paar Schuhe nicht an zwei Tagen hintereinander. So kann es in Ruhe durchtrocknen.
- Nasse Schuhe stopfen Sie mit Zeitungspapier aus und lassen sie bei Zimmertemperatur trocknen. Auf der Heizung wird Leder hart und brüchig.
- Mit dem Herbst beginnt die Saunazeit: In der Sauna, im Hallenbad und in Gemeinschaftsduschen gehören Badeschuhe an die Füße.
5. Heizungsluft: eincremen, aber nicht zwischen den Zehen
Sobald die Heizung läuft, wird die Raumluft trockener und mit ihr die Haut. Ein warmes Fußbad tut an kühlen Abenden gut. Halten Sie es kurz und nicht zu heiß, denn heißes Wasser entzieht der Haut Fett. Danach gründlich abtrocknen und die Füße eincremen. Die Zwischenräume der Zehen lassen Sie dabei aus: Dort soll es trocken bleiben.
6. Gegen kalte Füße: in Bewegung bleiben
Wenn es kalt wird, schützt der Körper zuerst seine Mitte. Hände und Füße bekommen dann weniger Wärme ab. Enge Schuhe und feuchte Socken verstärken das.
- Bewegung bringt die Wärme zurück: ein Spaziergang, Treppensteigen, zwischendurch die Zehen krallen und strecken oder die Füße kreisen lassen.
- Warme Socken aus Wolle oder Baumwolle, deren Bündchen nicht einschneidet.
- Schuhe mit etwas Luft für die Zehen und einer dicken Sohle, die die Kälte vom Boden abhält.
Ein Tipp vor unserer Haustür: Bad Wünnenberg ist Kneipp-Heilbad, Tretbecken gibt es zum Beispiel in der Kneipp-Oase im Aatal. Steigen Sie nur mit warmen Füßen ins Wasser, am besten nach einem Spaziergang, und gehen Sie im Storchengang hindurch: Bei jedem Schritt hebt ein Fuß ganz aus dem Wasser. Sobald die Kälte deutlich zieht, meist nach ein bis drei Minuten, steigen Sie aus. Das Wasser nur mit den Händen abstreifen, Socken und Schuhe an und weitergehen, bis die Füße wieder warm sind. Bei Diabetes, Durchblutungsstörungen oder Nieren- und Blasenleiden fragen Sie vorher bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wichtig bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen: Die Füße spüren Wärme und Schmerz dann oft weniger deutlich. Verzichten Sie auf Wärmflasche und Heizkissen an den Füßen, prüfen Sie das Wasser für ein Fußbad mit dem Thermometer (höchstens 37 Grad) und sehen Sie sich Ihre Füße jeden Tag an.
Sind Ihre Füße auch in warmen Räumen ständig kalt, oder kommen Schmerzen beim Gehen oder Veränderungen der Haut dazu, sprechen Sie bitte mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
7. Ein Termin zum Saisonwechsel
Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt für eine podologische Behandlung, bevor Ihre Füße für Monate in Winterschuhen stecken. Bei der komplexen podologischen Behandlung kürze und glätte ich die Nägel, trage Hornhaut ab und entferne Hühneraugen. Dabei sehe ich auch, wo Ihre Schuhe drücken und was Ihre Füße in den nächsten Monaten brauchen.
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